Mutterland ist kein Ort. Mutterland ist ein Gefühl.
March 6, 2025

Mutterland ist kein Ort. Mutterland ist ein Gefühl.
Ich kann mir vorstellen, dass viele von euch das Gefühl kennen: Fehl am Platz zu sein.
Nicht dazuzugehören, obwohl man zuhause ist.
Unten der "Schwabo "hier der "Jugo". Hier die Fremde, unten die Verräterin.
Gegangen als Studentin, geblieben als Mutter. Zurückgekommen als Fremde, gegangen als Geflüchtete. Auf der Suche nach einer besseren Zukunft, nach neuen Abenteuern, nach Sicherheit.
Um das Gefühl zu finden: sich fremd zu fühlen, einsam, unverstanden – unvollkommen.
Immer fehlt etwas. Manchmal die Sprache. Oft das Verständnis. Meistens die Heimat.
Doch wo findet man Heimat, wenn sie nicht mehr existiert? Wenn sie nie existiert hat? Oder wenn man sie nie kennenlernen konnte? Wenn man Heimat nur aus Geschichten kennt, aus Märchen und Legenden?

Muss Heimat ein Ort sein? Eine Grenze?
Oder können wir unsere Heimat nicht selbst erschaffen – als Gefühl, als mentalen Ort, als
Gemeinschaft? Ohne Ausgrenzen, aber mit viel Verständnis und Mitgefühl füreinander statt gegeneinander?
Können wir nicht beginnen, Heimat neu zu denken? Mit Gedanken neu zu gestalten? Mit unseren Skizzen neue Heimaten zu bauen?
Heimaten, die offen sind für alle Formen, Figuren und Facetten. Heimaten, die sich ergänzen statt ausgrenzen. Heimaten ohne Grenzmauern, aber mit vielen Übergängen.
Heimaten, in denen wir uns wohlfühlen – ohne die "richtige" Sprache sprechen zu müssen, ohne den" richtigen " Namen zu tragen, ohne das falsche Aussehen. Dafür mit Neugier, mit ausgebreiteten Armen und offenen Herzen.
Ich weiss nicht, ob wir das schaffen werden.
Aber ich möchte mit euch zusammen im Mutterland damit beginnen und euch alle herzlich dazu willkommen heissen.
Ich wünsche mir, dass alle hier einen Platz finden, an dem sie sich wohlfühlen können.
Einen Ort, an dem sie sich auf Neues einlassen und gleichzeitig Altes verarbeiten können.